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So spielt mein Kind richtig

Atome spalten ist ein Kinderspiel, verglichen mit einem Kinderspiel

VON JULIA VOIGT

Das große weihnachtliche Schenken ist vorbei und allmählich kehrt wieder Normalität in die Zimmer unserer Kinder ein. Das neue Kartenspiel ist schon nicht mehr komplett, der ultramoderne Lerncomputer ist irgendwo in den Schranktiefen verschwunden; dafür wird die Puppe überallhin mitgeschleppt. „Das Spielen nimmt in der Entwicklung von Kindern eine bedeutende Rolle ein", sagt Karoline Axt, Ergotherapeutin aus dem Therapiezentrum Flensburg.

Das Spiel fördert die Aufmerksamkeit, das Sozialverhalten, schult das Gedächtnis, die Motorik und bringt Kindern die Welt ein wenig näher. Auch ist ein Spiel beste Motivation für den Nachwuchs. Studien zufolge können kleinere Kinder zum Beispiel gerade mal zwei Minuten still an einer Wand stehen. Wenn sie aber die Leibgarde der Königin sind, wird auch schon Mal sieben Minuten lang Wache gehalten. Doch welche Spiele sind sinnvoll? „Ganz wichtig ist, dass wir Kinder weder unter- noch überfordern, denn sonst entstehen schnell Frust und Verweigerung." Doch mehr als die Altersangaben auf den Verpackungen entscheidet die individuelle Entwicklung der Mädchen und Jungen. Gern und oft kaufen engagierte Eltern Lernspiele. „Der Spielwert sollte allerdings im Vordergrund stehen, denn wenn die Kinder Spaß bei der Sache haben, lernen sie auch etwas dazu", ergänzt Karoline Axt. Ebenso sollte man sich besser vor dem Kauf das Gewünschte ansehen, denn oft wird man von der vielversprechenden Beschreibung fehlgeleitet.

Karoline Axt setzt auf das Prädikat „Kinderspiel des Jahres". Auch interaktive Wissensbücher stehen auf ihrer Hitliste. „Sie ersetzen zwar nicht das Vorlesen, sind aber eine prima Ergänzung", findet die Ergotherapeutin. Suchenden rät sie, nach Spielzeug mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten Ausschau zu halten. Und: „Spielwaren sollten auf jeden Fall stabil und ordentlich verarbeitet sein, denn schließlich müssen sie einiges aushalten können." Virtuelle Spielweltenbewertet Karoline Axt eher durchwachsen. Untersuchungen hätten ergeben, dass bereits 20 Minuten täglich vor dem Computer oder vor dem Fernseher die Konzentration, schulische Leistungen und die sozialen Fertigkeiten negativ beeinflussen können. „Komplett vorenthalten sollte man den Kindern das Fernsehen und Computer spielen nicht, aber dosiert einsetzen und die Priorität mehr auf andere Dinge legen." Viel mehr Sinn mache da die gute Bastelkiste, gefüllt mit Pappe, Farbstiften, Schere und Klebstoff.

Auch wenn es um die Struktur im Kinderzimmer geht, lautet die Devise von Karoline Axt „weniger ist mehr". Viele Kinder würden heutzutage reizüberflutet. „Hin und wieder Gebrauchtes in Kisten verpacken und erst später wieder zum Einsatz bringen", lautet der Tipp der Ergotherapeutin. „Besser die Aufmerksamkeit auf wenige, dafür beliebte Spielsachen richten."

Das schafft in jedem Kinderzimmer Raum und Platz für Kreativität. Karoline Axt ist Fan von Spielgerät, das „in Bewegung bringt". Dazu gehören das Trampolin, das Wave-Board und die Inline-Skater. Bei Strategiespielen sollte man die Altersangabe beachten. „Die meisten Kindern können erst ab dem elften Lebensjahr abstrakt denken", weiß die Therapeutin. Auf jeden Fall setzt sie auf Spielmöglichkeiten, die ohne großen Aufwand umzusetzen sein, damit Langeweile erst gar nicht aufkommt.

                

Karoline Axt (29) hat mit geistig behinderten Kindern gearbeitet und Ergotherapie in den Niederlanden studiert. Sie ist auf die Pädiatrie (Kinderbehandlung) spezialisiert. Seit über vier Jahren arbeitet sie im Therapiezentrum Flensburg. 

 

  Quelle: Schleswig-Holstein JOURNAL Ausgabe 5. Januar 2013

 
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